Stiff-Person Vereinigung Deutschland - Hilfe für SPS-Kranke


Wirken Blutwäschen und Rituximab bei Stiff-Person?
Das kann man leider nicht so einfach beantworten. Die Literatur sagt: Bei manchen Patienten ja, bei anderen nicht. Eine sinnvolle statistische Aussage kann hier nicht getroffen werden. Sicher hängt es auch mit dem Krankheitsverlauf zusammen. Besser früh als spät ist wahrscheinlich richtig. Sollte bereits etwas irreversibel kaputt gegangen sein, können Blutwäschen das auch nicht mehr „reparieren“.

Neben den immunsupprimierenden Blutwäschen gibt es noch die immunmodulierende Immunglobulin-Therapie (IVIG). Hier werden die krankheitsverursachenden Antikörper nicht entfernt, dennoch kann ihre krankheitsverursachende Wirkung nachlassen (wirklich verstanden ist der Wirkmechanismus nicht, nur dass er wirken kann, weiß man).

Wo werden Blutwäschen noch eingesetzt?
Beide Blutwäscheverfahren (und auch die Immunglobulin-Therapie) werden bei vielen neuronalen Autoimmunerkrankungen eingesetzt, z. B. bei autoimmunen Encephalitiden, dem Guillian-Barré-Syndrom, Myasthenia Gravis und bei MS.

Impfen unter Rituximab:
Die Wirkung von Impfstoffen unter Rituximab ist mindestens eingeschränkt. Steht eine Rituximab Behandlung erstmalig an ist es eine gute Idee vorher die Standard-Impfungen zu überprüfen und ggf. aufzufrischen.


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Immunsystem unter Rituximab:
Die Wirkung des Immunsystems unter Rituximab ist eingeschränkt. Das Immunsystem herausfordernde Fernreisen sind daher vielleicht nicht die beste Idee. Weiterhin sollte ggf. Zugriff auf ein Notfallantibiotikum sicher gestellt sein. Zu diesem Thema unbedingt mit den behandelnden Ärzten sprechen. Ich bin seit über 3 Jahren durch Rituximab immunsupprimiert und hatte noch keine vermehrten Infektionen.

Wie oft werden die Behandlungen wiederholt?
Das ist auch wieder bei jedem Patienten individuell. Bei mir werden Plasmapheresen (7 Stück) und anschließend Rituximab alle 5-6 Monate wiederholt. Damit bin ich mindestens 2x ca. 3 Wochen pro Jahr stationär in der Neurologie.

Ein Tipp zum Schluss:
In manchen Krankenhäusern wird man für die Blutwäschen mit dem Bett aus der Neurologie zur Dialyse gefahren. Eine Runde Immunadsorption kann dann 4-5 Stunden dauern, dazu der Transport (…). Wer nicht in Socken oder gar Barfuß die Toiletten in der Dialyse oder auf dem Weg zurück kennen lernen will, nimmt besser Schuhe oder Badelatschen mit (☺).

Wer mehr wissen will:
  • Treatment of Stiff-Person Syndrome With Chronic Plasmapheresis, Grands et al., Movement Disorders, 2013, 3, 396-397
  • Efficacy of Therapeutic Plasma Exchange for Treatment of Stiff-Person Syndrome, Pagano et al., Transfusion, 2014, 54, 1851-1856