Stiff-Person Vereinigung Deutschland - Hilfe für SPS-Kranke



Rituximab:
Bei den Blutwäscheverfahren werden krankheitsverur­sachende Antikörper entfernt. Mit großem Glück bilden sich bei einigen Patienten die Antikörper nicht mehr, bei anderen Patienten beginnt der Krankheitsprozess dagegen von neuem und die Blutwäsche muss nach einigen Monaten wiederholt werden.

Sinn der Behandlung mit Rituximab ist die Zeit zwischen den Blutwäschen zu verlängern. Rituximab wurde ursprünglich für die Therapie von Non-Hodgkin-Lymphomen entwickelt und ist genauer ein therapeutischer Antikörper (Rituximab: monoclonal antibody = monoklonaler Antikörper) der sich gegen B-Lymphozyten wendet. B-Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind im Immunsystem des Menschen zuständig für die Produktion von Antikörpern.

Für den Stiff-Person Patienten wäre es ideal nur genau die B-Lymphozyten, die den krankheitsverursachenden Antikörper produzieren, zu zerstören. So ein Medikament gibt es leider noch nicht. Stattdessen vernichtet Rituximab weitgehend unspezifisch alle B-Lymphozyten (die Aussage ist vereinfachend, soll hier reichen), damit auch die krankheitsverursachenden B-Lymphozyten und hat entsprechend als Nebenwirkung eine immunsupprimierende Wirkung. In anderen Worten: Unter Rituximab Behandlung wird ein Teil des Immunsystems des Patienten in seiner Wirkung schlechter.
 

 

Weil das nicht so leicht verständlich ist, hier noch einmal ein alter­nativer Versuch Rituximab zu erklären: Rituximab ist ein therapeu­tischer Anti­körper (also ein von einer Pharma­firma produ­zierter Anti­körper), der im Patienten die B-Lympho­zyten angreift und damit die gesamte Produktion von Anti­körpern für die Immun­antwort des Patienten vermin­dert. Damit wird auch die Produktion von krankheits­verur­sachenden auto­immun-Anti­körpern vermindert.


Rituximab wird nach der Blutwäsche in der neurologischen Abteilung stationär verabreicht. Es wird über einen Perfusor (eine einstellbare Pumpe) über Stunden intravenös verabreicht. Zur Vermeidung von Schmerzen und alergischen Reaktionen (Überempfindlichkeiten des Immunsystems) werden ergänzend Schmerzmittel und Antihistaminika bzw. Kortison verabreicht. Wird Rituximab zum ersten Mal verabreicht, wird es nach ca. 2 Wochen erneut gegeben. Danach reicht eine einmalige Gabe nach der Blutwäsche.

Rituximab wirkt über Monate. Die Wirkung kann (muss aber nicht) beim Hausarzt über den sog. CD19+ Wert in Blutuntersuchungen überprüft werden. So lange der CD19+ Wert nicht messbar oder extrem niedrig ist, wirkt Rituximab. Ein Anstieg des CD19+ Wertes weist auf ein Nachlassen der Rituximab Wirkung hin.

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